Thursday to Tual
750 Seemeilen durch die Torresstraße: Kräftiger Wind, dichter Schiffsverkehr und nächtliche Ausweichmanöver prägen den Törn. Nach 5,5 Tagen erreiche ich Indonesien – eine anspruchsvolle, aber größtenteils unter Segeln gemeisterte Überfahrt.
Der indische Ozean begrüßt mich mit Wind von 25 -30 kt und mit zunächst gereffter Genua geht es zügig gen Westen. Der Schiffsverkehr hier durch die Torresstrasse muss berücksichtigt werden, da hier die Regel Segler vor Maschine nicht gilt. Die Berufsschiffahrt bewegt sich auf festgelegten Wasserstrassen und kann gegeben durch Untiefen nicht ausweichen. Gegen Abend verlasse ich den frequentierten Bereich, der Wind lässt auch etwas nach und damit sieht es nach einer ruhigen Nacht aus. Hier zwischen Australien und Papa Neuguinea ist der Indische Ozean nicht sehr tief, im Durchschnitt 70 mtr, und dadurch baut sich keine hohe Welle auf. Die ersten 3 Tage befinde ich mich noch in australischen Gewässern und diese gelten als Fischereiverbotszone, was die nächtliche Segelei etwas entspannter macht. Die darauffolgenden 2 Nächte dagegen sind recht spannend. Immer wieder muss ich den Kurs ändern um den indonesischen & chinesischen Fischerflotten auszuweichen. Zum Glück haben die Boote AIS (Automatisches Identifikationssystem)
und sind so leichter in ihrer Bewegung zu beurteilen. Am Nachmittag des fünften Tages fällt der Anker in Indonesien in der Bucht Teluk.
Die restlichen 45 sm bis nach Tulal möchte ich im Tageslicht fahren da die Fischer, die an den Inseln fischen, kein AIS und auch keine ordentliche Beleuchtung haben.
Am folgenden Tag gegen 17 Uhr liege ich im Ankerfeld vor dem Hafenort Tual. Für die 750 sm bei ruhigem Wetter brauchte ich 5,5 Tage und konnte bis auf den letzten Tag fast alles segeln.

