Vulaga

Vulaga: Zwei Wochen im Atoll mit herzlicher Dorfgemeinschaft, Sevusevu-Zeremonie, traditionellen Einblicken und intensiven Naturerlebnissen. Zwischen Schnorcheln, Tauchen, Strandtagen und technischen Herausforderungen entsteht ein tiefes Eintauchen ins Inselleben Fijis.

Vulaga

13-28.06.2024 

Am Morgen Frühstück im Cockpit umgeben von einer herrlichen Kulisse. Bevor wir uns auf den Weg ins Dorf machen muss der Wassermacher noch unsere Wassertanks füllen. Anschließend geht es mit dem Dingi an den Strand und per Pedes noch 20 min durch den Urwald bis wir das Dorf erreichen. Freundlich werden wir von den Bewohnern empfangen und zum Chief gebracht. Nachdem die Sevusevu Zeremonie beendet ist führt uns der Dorfsprecher durch das kleine Dorf (ca 300 Einwohner, 88 davon Kids) und stellt uns unsere Gastgeberfamilie vor. Jede ankommende Yacht bekommt eine Familie zugeteilt, die sich während deren Aufenthalt um diese kümmert. 

Bei uns ist es die Pastorenfamilie - da kann ja nichts mehr schiefgehen ;-) 

Bei unserem Rundgang durch das Dorf bewundern wir die schönen Schnitzereien. 

Wikipedia: Die Menschen hier sind traditionelle Schnitzer und haben Erfahrung in der Herstellung von Auslegerkanus und „Tanoa“, das sind aus lokalem Hartholz geschnitzte Holzschalen, die bei formellen und informellen Yaqona-Zeremonien und gesellschaftlichen Zusammenkünften in ganz Fidschi verwendet werden.

Am nächsten Tag gehen wir nochmals ins Dorf. Wir haben uns ein paar Schnitzereien zurücklegen lassen und möchten eine Höhle besuchen in der Gebeine aus der Zeit des Kannibalismus zu sehen sind. Nachdem wir unsere Schnitzereien abgeholt haben führt uns eine Gruppe von Kids zu der Höhle die etwas oberhalb des Dorfes liegt. 

Wir erfahren das das Dorf vor 200 Jahren auf der Anhöhe, geschützt von einem Steinwall in einer Senke lag. Immer wieder kam es zu Überfällen durch Krieger aus Tonga. Diese wurden bei Ihrem Versuch das Dorf anzugreifen während Ihrem Anstieg durch herab geworfene Steine abgewehrt. Die gefallenen Krieger wurden anschließend verspeist. Die verbleibenden Knochen wurden in der Höhle gesammelt - so die Geschichte, die wir von den Kids hören. 

Zurück auf dem Schiff gibt es noch einen Sundowner bei den Nachbarn Laura & Ian.

Samstag ist ein normaler Bootstag mit kleineren Arbeiten, schwimmen und lesen.

Sonntag sind wir zur Kirche und zum Mittagessen eingeladen. Nicht nur wir sondern fast alle Cruiser sind im Dorf, besuchen den Gottesdienst in traditioneller Kleidung. Frauen sollten Schulter und Knie bedeckt haben wir Männer im traditionellen Sulu 

Info: Sulu heisst der traditionelle Wickelrock aus festem Baumwollstoff, welcher sowohl von Frauen, als auch von Männern getragen wird - selbst die Wachen vor dem Haus des Präsidenten tragen einen.

Im Anschluß des Gottesdienstes sind alle bei ihren Gastfamilien zum Mittagessen. Das Essen wird traditionell auf einer Bastmatte auf dem Boden serviert. Die Insulaner essen mit den Fingern für uns gab es zum Glück Besteck. Etwas verwundert fragen wir warum die Frauen nicht mit uns essen und erfahren das erst die Männer gegessen haben müssen bevor die Frauen essen dürfen. Ok, andere Kulturen andere Sitten.  

Auf dem Weg zurück werden wir von dem Dorfsprecher eingeladen. Seine Frau Lenni hat Geburtstag und wir sind herzlich zu einer Kavazeromonie am Abend willkommen. Zurück zum Schiff ein paar Kleinigkeiten als Geschenk zusammengestellt gehe ich am Abend alleine zur Feier. 

Lenni freut sich über die mitgebrachten Geschenke und ich darf im Kreis der männlichen Gäste um den Kava Bowl Platz nehmen. 

Da einige gut Englisch sprechen können wir uns gegenseitig ein paar Geschichten aus dem Leben erzählen. Ein paar Kavas später mache ich mich wieder auf den Rückweg zum Schiff, froh das ich die Einladung angenommen habe und mit so netten Menschen zusammensitzen konnte. 

Der folgende Tag ist verregnet und erst am Nachmittag zeigt sich kurz die Sonne. Wir nutzen die trockene Periode und verlegen uns 3 sm weiter vor einen schönen Sandstrand.  

Unser Starlink System hat am Sonntagmorgen den Dienst quittiert und somit ist unsere Internetverbindung unterbrochen. Mit Hilfe von Ian (konnte deren Wifi nutzen) habe ich erstmal meine Iridium Sim aktiviert, somit war erstmal wieder Email und Wetterdownloads möglich. 

Dienstag steige ich nochmal in die Fehlersuche des Starlinks ein.Bei der Demontage der Antenne läuft einiges an Wasser aus der Steckverbindung des Kabelanschlusses - nicht gut - Mit Pressluft aus der Tauchflasche trockne ich die Steckverbindung anschließend noch Stecker und Anschluß mit Kontaktspray behandelt und unglaublich aber die Antenne arbeitet wieder. Den Wasserstau in der Halterung wird durch eine Bohrung im Halter eliminiert - sollte reichen - Sicherheitshalber habe ich noch ein zweites Set bestellt. An Internet an Bord kann man sich gewöhnen, macht es doch Kommunikation und Informations Downloads um einiges leichter als mit Iridium. 

Fast zwei Wochen liegen wir hier vor dem schönen Sandstrand vor Anker. Die Tage sind ausgefüllt mit schnorcheln im Pass, tauchen am Aussenriff, Dingitouren im Atoll, schwimmen entlang des Strandes in klarem Wasser ähnlich wie im Schwimmbad. Ich versuche mich mit dem Foilbord hinter dem Dingi und bei Wind mit dem Kite. Beides erfordert noch einiges an Übung.